Zweiter Triumph für Beat Mändli im Mercedes Schweizer Cup
Zum zweiten Mal nach 2008 konnte Beat Mändli den Mercedes Schweizer Cup gewinnen. In der Prüfung über zwei Runden blieb keines der Paare im Final der Top Ten fehlerlos. Der Meisterschaftszweite Mändli, der sein Championatspferd Louis einsetzte, hatte in der ers ten Runde einen Abwurf zu beklagen und profitierte nach einer Blankorunde im zweiten Durch gang vom Pech von Simone Wettstein. Die Thurgauerin musste nach dem einzigen makellosen Ritt im ersten Umlauf am letzten Hindernis einen Fehler ihres zehnjährigen Leszek akzeptieren und verspielte so im letzten Moment ihre Möglichkeiten auf den Sieg im 33. Schweizer Cupfinal der Springreiter.
Auf den dritten Podestplatz ritt Steve Guerdat mit Come on Girl. Der Jurassier musste in jeder Runde ein Versehen hinnehmen. Die Positionen vier bis sechs gingen an Marc Oertly mit Tamira, Philipp Züger mit Liatos und Vincent Deller mit Casha. Nicht in die Entscheidung eingreifen konn ten die favorisierten Pius Schwizer mit Calidus und Schweizermeister Hans ueli Sprunger mit Ufo. Martin Fuchs mit Lalik musste sich gar mit dem zehnten Platz hinter Iris Gautschi mit Passoa Dice zufriedengeben.
Seinen einzigen Fehler beging Mändli beim Einsprung in die Dreierkombination. Wie die meisten seiner Konkurrenten kritisierte er den Boden im ersten Umgang: «Diese Runde klassierte stark, weil der Sand zu spät mit Wasser behandelt wurde. Viele Paare hatten daher Mühe mit dem Boden.» Selbstredend freute er sich über den Sieg und vor allem auch über die Verfassung seines Pferdes Louis. «Seit den nationalen Meis terschaften vor drei Wochen machte ich mit ihm keinen einzigen Sprung mehr. Das Pferd ist topfit und wir reisen nun nach San Patrignano in Italien, wo ich nebst einer Einlaufprüfung nur den Grand Prix bestreiten werde. Dann hoffe ich, dass wir für die EM in Madrid berücksichtigt werden.»
Den Sieg im prestigeträchtigen Schweizer Cup verpasste Simone Wettstein nur knapp. «Als Letztstartende war mir bewusst, dass ich die Zeit von Mändli nicht schlagen konnte und setzte deshalb auf einen sicheren Ritt und nahm auch Zeitfehler in Kauf. Der Abwurf am letzten Sprung war umso ärgerlicher, da die Absprungdistanz korrekt war», meinte die Amazone. Von der guten Leistung ihres Pferdes Leszek war sie dennoch positiv überrascht. Wegen eines Beschlagfehlers und der damit resultierenden Fehlstellung musste der Hannoveraner während sieben Monaten pausieren und zeigte sich bei seinem Comeback auf diesem Niveau schon wieder in bester Verfassung. Wie Cash an Go wurde auch Leszek vom deutschen Equipenreiter Holger Wullschner an den Stall im Thurgau vermittelt.
Das neue Format des Schweizer Cups mit einem Wettbewerb über zwei Runden und dem dazu gehörenden Qualifikationsprozedere zur Startberechtigung der zehn Finalteilnehmer stiess bei den Aktiven wie beim Sponsor Mercedes und den Cupverantwortlichen auf grosse Zustimmung. Die Umstellung nach 32 Jahren mit der Prüfung «Pferdewechsel» auf den Final «Top Ten» darf als gelungen bezeichnet werden.

